Vier typische Fehler beim freien Spielen mit deinem Kind

Dein Kind besucht bereits den Tennisunterricht oder hat einfach Freude an Ball und Schläger und du möchtest diese Motivation in der Freizeit weiter fördern. Wir zeigen dir, worauf es beim freien Spielen ankommt und welche Fehler du nicht machen solltest, um dein Kind nicht zu entmutigen.

Fehler Nr. 1 – Falsche Bälle, Schläger und Spielfeldgrösse: Weisst du, auf welcher Stufe der Kids Tennis High School dein Kind sich aktuell befindet – Rot, Orange oder Grün? Nicht so wichtig, denkst du, falsch! Für den spielerischen Erfolg und das Erlernen der richtigen Technik ist es für Kinder bis zwölf Jahre absolut notwendig, auf angepasster Feldgrösse und mit angepassten Bällen sowie Schlägern zu spielen. Zwei Negativbeispiele, die wir so  bei uns im Club gesehen haben: Ein Vater spielt mit seinem achtjährigen Sohn im Kleinfeld mit roten Bällen, obwohl dieser im Training bereits mit orangen Bällen aufs Dreiviertelfeld spielt. Ein anderer Vater spielt seinen kleinen Kindern gelbe Bälle aus einem Korb zu, die viel zu hoch abspringen und von den Kindern kaum zurückgespielt werden können – Misserfolgserlebnisse garantiert. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp, wie du um das korrekte Spielfeld für die Stufe Orange einzuzeichnen kannst: Nimm einen Linienbesen und zeichne beidseitig eine Linie zwischen der Grund- und T-Linie in den Sand.

Schematische Darstellung des Play and Stay Konzpepts.
Die korrekte Spielfeldgrösse für die Stufen Rot, Orange und Grün der Kids Tennis High School.

In unseren Artikeln kannst du nochmals dein Wissen über das Stufenkonzept der Kids Tennis Highschool (Kurz vorgestellt – Die Kids Tennis High School - Tivia Tennisschule Zürich) sowie über den passenden Schläger (Wie finde ich den passenden Tennisschläger für mein Kind? - Tivia Tennisschule Zürich) auffrischen. Falls du dir unsicher bist, frage direkt bei deinem Trainer nach.

Fehler Nr. 2 – Nur Tennis oder Matches: Falls du mit deinem Kind spielen gehst, versuche die Übungseinheit, insbesondere für jüngere Kids, abwechslungsreich, spielerisch und kreativ zu gestalten, z.B. mit vereinfachten Spielformen (Rennen, Fangen, Werfen, Jonglieren, Low-T-Ball etc.) oder kleinen Challenges (z.B. wer kann am meisten mit Ball und Schläger jonglieren?). Taste dich langsam an Ballwechsel heran – so wirst du selbst auch mehr Spass haben. Wenn deine Kinder ein gewisses spielerisches Niveau erreicht haben, können sie auch mit Freunden spielen gehen, mit oder ohne Begleitung eines Erwachsenen. Um dabei spielerische Fortschritte zu machen, empfiehlt es sich, nicht nur einen Match zu spielen, sondern gewisse Spielsituationen gezielt zu üben, z.B. durch folgenden Aufbau:

  • Teil 1 (15 min): Alle Schläge inklusive Volley und Service einspielen

  • Teil 2 (25 min): Eine Übung aus dem Training einbauen, z.B. 20-mal cross und anschliessend ein Crossmatch spielen

  • Teil 3 (20 min): Ein paar Games oder einen Champions-Tiebreak spielen

Tipp: Im Internet gibt es zahlreiche Übungen und Spielideen für alle Niveau- und Altersstufen.

Zwei Kinder absolvieren ein Parcours mit Hütchen und Ringen.
Kleinere Kinder müssen zuerst die Bewegungsgrundformen wie Werfen und Fangen erlernen.

Fehler Nr. 3 – Falsche technische Korrekturen: Wenn du dich nicht mit der Tennistechnik auskennst, solltest du die Korrektur dem Trainer überlassen. Falls du dennoch korrigierend eingreifen möchtest, versuche, auf folgende Punkte zu achten:

  1. Grundschläge: Ausschwung zur Schulter und Topspin erzeugen

  2. Volley: Kurze Block-Bewegung und Slice erzeugen

  3. Aufschlag: Hammergriff und Slice erzeugen

  4. Pädagogik: Viel positives Feedback geben und Bewegungen vorzeigen nach dem Motto «mehr Fernsehen und weniger Radio»

Fehler Nr. 4 – Nur begleitet auf dem Tennisplatz:

Kinder sind intrinsisch motiviert, lernen intuitiv und benötigen manchmal auch Freiräume, um unbeobachtet von Erwachsenenaugen selber Dinge ausprobieren zu können. Alles, was es dafür braucht, ist ein Schläger, ein Ball und ein Spielplatz – das muss nicht zwingend ein Tennisplatz sein. Beispielsweise kann dein Kind selbständig oder mit Freunden im Innenhof, auf der Quartierstrasse, gegen eine Ballwand oder ein Garagentor, wie einst Björn Borg, die filzigen Tennisbälle schlagen. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die Initiative von Street Racket, die als Inspirationsquelle dienen kann: Physical Education Movement Activities for Anyone, Anytime, Anywhere.

Die Gleichung ist simpel: Je mehr dein Kind Tennis spielt, umso schneller wird es Fortschritte machen, insbesondere im goldenen Lernalter zwischen sieben und elf Jahren, getreu dem Motto «früh übt sich, was ein Meister werden will». Wichtig ist dabei aber vor allem die Freude und die Entwicklung einer intrinsischen Motivation für das Tennisspiel, die schliesslich eine langfristige Bindung an den Sport fördert. Mit diesem Artikel hoffen wir, dir einige nützliche Tipps an die Hand gegeben zu haben, um dein Kind auf seinem Tennisweg besser zu unterstützen. Und jetzt nichts wie los, schnappt euch den richtigen Ball sowie euren Tennisschläger und ab nach draussen auf den Tennisplatz oder anderswo!

Ein Kind in weissem T-Shirt spielt alleine Tennis gegen eine grüne Ballwand.
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